Gedanken zur Bibel

Rätsel und der Hunger nach mehr

„Jetzt sehen wir wie in einem blank polierten Stück Metall nur rätselhafte Umrisse, dann aber werden wir alles direkt zu Gesicht bekommen. Jetzt erkenne ich nur Teile des Ganzen, dann werde ich alles erkennen, wie auch ich völlig erkannt worden bin.“
1. Korinther
13:12 NBH

Ich kann mich noch gut erinnern – ich saß in meinem neuen Haus im Büro und schaute aus dem Fenster. Vor den Fenstern war eine Schutzfolie angebracht, da die Außenwände noch verputzt werden sollten.
Ich schaute hinaus und sah durch die Folie nur schemenhaft, nur undeutlich, was draußen war.
Irgendwie kam mir das sehr prophetisch vor.
Ich habe mich gefragt, was es mit mir macht, nur durch die Folie zu schauen?
Ich bekam Hunger auf den Moment, in dem die Folie wegkommt. „Dann werde ich alles, was ich jetzt ungenau und schemenhaft sehe, klar und deutlich sehen!“, dachte ich mir.

Es entsteht eine Sehnsucht nach dem scharfen Bild, wenn es vorher unscharf ist. Wenn es keins gäbe, hätte ich auch keine Sehnsucht! Wie genial ist das? Gott zeigt uns erst ungenaue Momente seines Reiches, die in unserer neuen Natur eine Sehnsucht nach IHM erzeugen – ihn und sein Reich in Klarheit zu sehen.

Manches kam mir rätselhaft vor, was ich durch die Folie sah. Ich frage mich: „Ist es ein Mensch oder ein Baum?“ Vieles, was wir im Reich Gottes „sehen“, macht uns fragend. Manches unklare bringt mich auch an die Grenze der Frustration. Doch eigentlich erzeugt es in mir Hunger! Ich will es sehen!
Den Anreiz, dass ich es nicht erst im Himmel sehen werde, gibt mir sein Wort jetzt schon: „Wie im Himmel, so geschehe es auf Erden!“

„Geht hin, heilt die Kranken!“, heißt es in seinem Wort. Doch nicht alle Kranken werden geheilt. Noch nicht! Jede nicht eingetretene Heilung, jede unvollständige Heilung ist ein „durch die Folie schauen“. Es regt in mir den Wunsch an, klarer sehen zu können: Die vollständige Heilung!

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